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Sal. Oppenheim droht zu zerfallen - Investmentbanker zittern um Jobs

14 August 2009

Peter Herkenhoff

Oh weh Sal. Oppenheim. Die traditionsreiche Privatbank steht in ihrer derzeitigen Form vor dem Aus.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass sich das Luxemburger Institut vom Investmentbanking trennen will. Wie das Manager Magazin berichtete übt der Kreditgeber und künftige Großaktionär Deutsche Bank Druck in diese Richtung aus.

Aus Sicht des deutschen Branchenprimus wäre ein Verkauf der Sparte logisch. Schließlich ist die Deutsche Bank im Investmentbanking bereits jetzt ein "Global Player" - tatsächlich sind die Frankfurter nur an Oppenheims Private-Banking-Kundenkartei interessiert.

Nachdem die Deutsche Bank mit dem Einstieg bei der Postbank den Ausbau des Retail-Geschäfts vorbereitet, soll mit Sal. Oppenheim das Geschäft mit vermögenden Privatkunden deutlich ausgebaut werden.

Erinnert ein bisschen an die Mehr-Marken-Strategie bei VW.

"Dass das Investment-Banking von Sal. Oppenheim bei der Deutschen Bank unter die Räder kommen würde, steht außer Frage", sagte Professor Rolf Tilmes, der an der European Business School in Oestrich-Winkel den Stiftungslehrstuhl für Private Finance & Wealth Management innehat dem Handelsblatt.

Der Geschäftsbereich sei in Geschäften wie der Fusionsberatung in der Vergangenheit erfolgreich gewesen, eben weil er unabhängig und kein Teil einer Großbank gewesen sei. "Sal. Oppenheim wird reduziert werden auf die klassische Beratung vermögender Kunden." Neben dem Private Banking sei insbesondere die Family-Office-Beratung ein für die Deutsche Bank interessanter Bereich der Privatbank.

Fraglich ist freilich, an wen und vor allem zu welchem Preis Oppenheim das Investmentbanking loswerden kann.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte eine Sprecherin der italienischen Bank Mediobanca ihr Interesse. Mediobanca, die seit langem eine Partnerschaft mit Oppenheim verbindet, werde sich das Ganze näher anschauen, sobald die Verhandlungen über eine Kapitalbeteiligung der Deutschen Bank an Sal. Oppenheim abgeschlossen seien.

Nach Recherchen des Manager Magazins hat aber gerade das auf den Zertifikate-Handel spezialisierte Investmentbanking im vergangenen Jahr hohe Verluste geschrieben. Offenbar hat sich Oppenheim mit "Korrelationsprodukten" verzockt. Zwar hätten Credit Suisse und BNP Paribas zwischenzeitlich Interesse an der Sparte gezeigt, nach Prüfung der Bücher ("Due Diligence") aber dankend abgewunken.

Sal.-Oppenheim-Investmentbankingchef Dieter Pfundt steht nun vor dem Problem, für sein 430 Mann starkes Team eine neue Heimat zu suchen. Gleichzeitig ist er als persönlich haftender Gesellschaft der Pribatbank aber verpflichtet, für Sal. Oppenheim einen möglichst hohen Preis zu verhandeln.

Unter den Investmentbankern des ursprünglich Kölschen Hauses geht nach Angaben aus Handelskreisen schon die Angst vor Jobverlusten um - welcher Konkurrent auch immer bei den Privatbankiers zugreifen werde.

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